Kommunalpolitischer Rückblick - Hochwasserschutz in Dossenheim

Veröffentlicht am 03.01.2024 in Kommunalpolitik

Es war ein dramatisches Ereignis am 30.05.2016 in Dossenheim. Sicherlich war dieses nicht zu vergleichen mit denjenigen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber für die Betroffenen insbesondere in West I (Jahnstraße, Sudetenstraße, Gerhard-Hauptmann-Straße, Konrad-Adenauer-Straße) ist es bis heute in Erinnerung geblieben: Infolge starker Regenfälle trat der ansonsten harmlose Mühlbach über die Ufer und das Wasser drang in die Keller der Wohnungen in den oben genannten Straßenzügen ein. Die Bewohner/innen wurden von niemandem gewarnt, sondern weckten sich gegen 2 Uhr nachts gegenseitig und versuchten mit privaten Pumpen die Keller leer zu pumpen. Starke Pumpen oder Sandsäcke waren nicht vorhanden. Erst gegen Morgen brachte ein LKW der Betriebsfeuerwehr der Firma Freudenberg (Weinheim) Sandsäcke. Fazit: Die Gemeinde Dossenheim war auf ein solches Ereignis nicht ausreichend vorbereitet.

In einem Antrag eine Woche später am 06.06.2016 und weiteren Anträgen (02.12.2016, 18.01.2018) forderte die SPD-Fraktion unter maßgeblicher Federführung von Jochen Matenaer – selbst Betroffener - im Gemeinderat Folgendes:

• Bachläufe, Rückhaltebecken regelmäßig pflegen,

• ein örtliches Alarmierungssystem einrichten,

• bauliche Maßnahmen, um einen Bachüberlauf zu verhindern,

• Einsatzmaterial (z.B. Sandsäcke, Folien, Sperrwände, stärkere Pumpen) bereitstellen,

• Messstellen in den Bachläufen mit angeschlossenen Datenübertragungen einrichten.

Da die von der SPD geforderten Maßnahmen als notwendig und richtig erkannt wurden, wurden sie zum Teil schon umgesetzt bzw. befinden sich in der Umsetzung.

- Die Pflege der Bachläufe wurde mittlerweile zur Routine

- Die Messstellen in den Bachläufen sind schon seit einiger Zeit installiert

- Weitere Sandsäcke sind in der Beschaffung

- Die Verdolungen der unterirdischen Bachläufe wurden und werden weiter saniert.

- Das Regenrückhaltebecken im Kalkofental wird ertüchtigt 

- Im Mühltal wird ein Rückhaltebecken errichtet werden

Bis alle Maßnahmen umgesetzt sein werden, wird es noch einige Jahre dauern. Umso wichtiger und weitsichtiger war es, diese Maßnahmen bereits im Jahre 2016, fünf Jahre vor der Katastrophe im Ahrtal angestoßen zu haben.

Einzig die Einrichtung des örtlichen Alarmierungssystemes gestaltet sich, durch Umstände, die nicht im Einflussbereich des Gemeinderates oder der Verwaltung liegen, nach wie vor schwierig. Aber auch hier werden wir am Ball bleiben.