Gemach, gemach liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU! Die Welt geht nicht unter in Baden-Württemberg. Die Zeiten der „Freiheit oder Sozialismus-Parolen“ sind längst vorbei.
Gemach, gemach liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU! Die Welt geht nicht unter in Baden-Württemberg. Die Zeiten der „Freiheit oder Sozialismus-Parolen“ sind längst vorbei.
Das baden-württembergische Bildungssystem ist gut aber sozial ungerecht. Die Verteilung auf drei Schularten erfolgt weitgehend nach sozialen Kriterien. Dies belegen zahlreiche Studien. Nicht diejenigen, die diesen Missstand beheben wollen, stehen unter Ideologieverdacht, sondern diejenigen, die sich den Realitäten versperren und zwanghaft am dreigliedrigen Schulsystem festhalten (inzwischen ein immer kleiner werdender Teil auch in der CDU).
Dem dreigliedrigen Schulsystem gehen die Schüler aus. Gerade im ländlichen Raum muss man, um den Schülerinnen und Schülern lange Schulwege zu ersparen, gemeinschaftliche Angebote machen. Die ehemalige baden-württembergische Kultusministerin Schavan (CDU!) hat dies erkannt und will Haupt- und Realschule in einer Oberschule zusammenfassen – ein richtiger und wichtiger Schritt.
Die grün-rote Landesregierung geht mit ihrer neuen Gemeinschaftsschule aber noch einen Schritt weiter: Dort soll nicht mehr im traditionellen Frontalunterricht, sondern in gemeinschaftlichen Lerngruppen Stoff vermittelt bzw. selbst erarbeitet werden. In der Dossenheimer „Freien Schule Lernzeiträume“ wird z.B. nach dieser Methode unterrichtet.
Die Behauptung der CDU die Dossenheimer Schülerinnen und Schüler müssten sich auf Schulen anmelden, die es noch gar nicht gäbe, ist plumpe Angstmache einer Partei, die die Wahlniederlage noch nicht verarbeitet hat. Die neue Landesregierung hat immer betont, dass die Gemeinschaftsschule nur dort eingerichtet wird, wo es von Schulen, Eltern, Gemeinderäten, Bürgermeistern gewollt wird. Da es in Dossenheim keine solche Initiative gibt, wird es auch keine Gemeinschaftsschule geben. Dieses Verfahren ist für die Mappus-CDU natürlich ungewohnt (siehe EnBW-Deal). Wie man weiß, hat der ehemalige CDU-Staatssekretär Georg Wacker mitentschieden, dass Schriesheim und nicht Dossenheim die Werkrealschule erhält.