Ganztagsschule in Dossenheim

Veröffentlicht am 11.09.2013 in Gemeindenachrichten

In der Bergstraßengemeinde wird das Thema schon seit geraumer Zeit diskutiert. Nun scheint endlich Bewegung in die Dossenheimer Schullandschaft zu kommen. Daher hatte Ortsvereinsvorsitzender Fred Hermann nochmals zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Neben dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck war auch Gerd Hammer eingeladen. Gerd Hammer ist der ehemalige Schulleiter der Heidelberger „Internationalen Gesamtschule“, unter deren Dach die bisher einzige „gebundene Ganztagsgrundschule“ im Rhein-Neckar-Kreis betrieben wird.

Hermann wollte die Veranstaltung als „Denkanstoß“ verstanden wissen. Der Zeitpunkt ist passend, denn aktuell hat sich das Kollegium der Kurpfalzschule für die Einrichtung einer Ganztagsschule zum Schuljahr 2014/15 entschieden. Die Lehrer der Neu¬bergschult wollen derzeit keine Umsetzung.

Die Standortentscheidung wird vom SPD-Ortsverein begrüßt. Die Kurpfalzschule verfügt durch die Aufhebung der Hauptschule und umringt von Sportanlagen über ideale infrastrukturelle Voraussetzungen, so Carlo Bonifer, Fraktionssprecher der SPD-Dossenheim. Was bedeutet eigentlich „Ganztagsschule“?

Ganztagsschule in ihrer allgemeinsten Form heißt, dass die Schüler auch in den Nachmittagsstunden ihre Zeit – im Unterschied zu einem Hort - unter Aufsicht der Schule verbringen. Wie lange sie sich verbindlich für diese Schulart anmelden müssen, wird über die Form geregelt. Die „offene“ Form verpflichtet die Schüler zum verbindlichen Besuch lediglich für ein Jahr. Die „gebundene“ Form verlangt die Anmeldung der Schüler für die volle Zeit der Grundschule – also für 4 Jahre. Außerdem wird in der gebundenen Form Unterricht in den Nachmittagsbereich verlagert. Dadurch kann der Vormittagsunterricht entzerrt, öfters mit Spielphasen unterbrochen und damit dem Biorhythmus der Grundschüler besser angepasst werden (Rhythmisierung).

Hermann hatte einleitend die Situation in Dossenheim aufgezeigt. Die Neubergschule hat demnach aktuell elf Klassen mit 245 Schülern. Die Kurpfalzschule acht Klassen mit 161 Schülern. Das bestehende freiwillige Betreuungsangebot mit Kernzeit, Hort und Mittagessen ist umfänglich. Eltern zahlen dies aus eigener Tasche. Wer sein Kind in die Frühbetreuung, zum Mittagessen und in den Hort schickt, zahlt maximal ca. 300,00 Euro/Monat. Im Unterschied dazu sind die Angebote – mit Ausnahme des Mittagessens - in der Ganztagsschule kostenfrei.

SPD-Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck stellte eine weitere Unterstützung der Kommunen bei der Einrichtung von Ganztagsschulen in Aussicht: „Derzeit werde mit den kommunalen Spitzenverbänden diskutiert, wer die Kosten für das Mittagessen und die Aufsicht während dieser Zeit tragen soll – Land oder Kommune“. Und wo bleiben die Vereine, so die Frage eines Besuchers der Veranstaltung. Ihre Angebote könnten in die Ganztagsschule integriert werden, so Kleinböck: „Die Mitwirkung der Vereine ist für diese eine große Chance“.