Das Abschlussgetränk am Marktplatz im „Kaffeehaus" hatten sich die Teilnehmer der kommunal-politischen Radtour verdient. 25 Kilometer radelte die Gruppe um den SPD Landtags-abgeordneten Gerhard Kleinböck durch den Wahlkreis. Es war die erste Tour dieser Art für die Genossen. „Gegenwind haben wir zwar gespürt - jedoch kaum politischen", zog der Landtags-abgeordnete ein Jahr nach der Regierungsübernahme Bilanz.
Der „rote Tross" hielt zunächst in Dossenheim, wo die Gruppe die Kleinkinderbetreuungseinrichtung „Purzelzwerge" besuchte. Die Einrichtungsleitung begrüßte die praxisorientierte Ausbildung für die Erziehungskräfte, die die neue grün-rote Landesregierung verbessert hat. „Wir können bereits jetzt über 60 Prozent der Kinder unter drei Jahren Krippenplätze anbieten", erklärte Dossenheims SPD-Vorsitzender Fred Hermann.
In Schriesheim wurde das Thema „Gemeinschaftsschule" diskutiert, das der Gemeinderat kürzlich vertagte. „Das war nicht gut vorbereitet. Das hätte man politisch geschickter anstellen müssen", so SPD-Stadtrat Sebastian Cuny. „Wenn sich das erste Gymnasium für das Modell Gemeinschaftsschule entscheidet, dann brechen alle Widerstände", prognostizierte Kleinböck.
Die Gruppe radelte danach weiter nach Hirschberg, wo das Thema Umgehungsstraße in Großsachsen besprochen wurde. Die Doppelgemeinde steht vor dem Verkehrsinfarkt. Täglich rollen rund 13 000 Fahrzeuge über die B 3, so dass die Umgehungsstraße kommen muss. Kleinböck hofft, dass das Vorhaben in den Verkehrswegeplan aufgenommen wird, denn nur dann könnten Landesmittel fließen. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende, Thomas Scholz bedauerte, dass die Forderung, die die SPD seit 30 Jahren stelle, erst jetzt zum Thema werde.
Um die Energiewende ging es in Weinheim. SPD-Stadtrat Eckardt Pfisterer setzt sich für den Bau einer Geothermie-Großanlage ein, die bis zu 15 000 Menschen mit Strom und Wärme versorgen könnte. Die Angst vor Erdbeben sei im Rheingraben unbegründet. Dass kreative Lösungen erfolgreich sind, machte der Stadtrat an der Energieversorgung für das Freizeitbad Miramar fest. 85 Prozent des Energiebedarfs würden über die Geothermie gedeckt.
In Heddesheim besuchten die „roten Radler" die Pflegeeinrichtung „Haus am Seeweg". Die Einrichtungsleitung machte sich Sorgen über die Zukunft des Pflegeberufs. Gerade junge Menschen hätten damit nicht mehr viel am Hut: „Der Pflegeberuf und die qualitätsorientierte Pflege werden nicht so wertgeschätzt, wie es ihre gesellschaftliche Bedeutung verlangt", sagte Kleinböck.
„Die Polizeireform ist eine gute Reform für die Polizei selbst, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger", erläuterte er vor der Polizeistation in Ladenburg. Dass die neue Landesregierung die Polizei stärkt, verdeutlichte Kleinböck mit zwei Zahlen. Dieses Jahr seien 1200 weitere Polizeibeamte eingestellt, dies sind 50% mehr als die alte Landesregierung geplant hatte. Außerdem habe die Polizei sechs Millionen Euro zusätzliche Mittel erhalten, um die technische Ausstattung zu verbessern.