Fläche ist kein vermehrbares Gut. Deshalb ist Fläche nicht „verbrauchbar". Vielmehr wird Fläche (Landwirtschaft, Wald) in eine andere Nutzungsform überführt. „Flächenverbrauch" geht deshalb einher mit dem Verlust natürlicher Lebensräume und andererseits der Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Der maximale tägliche „Flächenverbrauch" in Baden-Württemberg lag noch Ende der 1990er Jahre bei rund 12 Hektar. Heute hat sich die Inanspruchnahme für Siedlung und Verkehr auf etwa täglich 6 Hektar reduziert. Obwohl das als „Fortschritt" interpretierbar ist, bleibt doch die Tatsache, dass die Ressource Boden endlich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei der Inanspruchnahme tendenziell um die ebenen und besseren Böden des Landes handelt.
Bei der Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets auf der Gemarkung von Dossenheim musste daher so sorgfältig wie möglich mit der Umnutzung von Flächen umgegangen werden. Nach Auffassung der SPD konnte aber auch nicht ganz auf neue Gewerbeflächen verzichtet werden. Der Sozialbericht der Gemeinde weist aus, dass in Dossenheim 4.483 Beschäftigte wohnen. Nur rund 10% (453) davon haben auch ihren Arbeitsplatz im Ort. Der Rest pendelt täglich mit PKW und ÖPNV zu den jeweiligen Arbeitsplätzen in andere Gemeinden, was die Umwelt belastet und wegen der notwendigen Infrastruktur ebenfalls Flächenverbrauch erzeugt. Daher ist es der SPD immer wichtig gewesen, Arbeitsplätze am Ort zu halten, indem man Dossenheimer Unternehmen Erweiterungsflächen zur Verfügung stellt.

Die Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats, an dem auch die SPD-Fraktion beteiligt war, stellt daher einen guten Kompromiss dar: Anstatt der möglichen Gewerbefläche von ca. 6 ha (rot umrandet) wird nun nur eine Fläche von ca. 3 ha (blau umrandet) vorgehalten. Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist außerdem, dass sie einen „Puffer“ zum nahegelegenen Wohngebiet vorsieht. Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets erfolgt durch zwei Stichstraßen über die Gerhard-Hauptmann-Straße.