SPD-Jubiläum

Veröffentlicht am 15.11.2005 in Gemeindenachrichten

„Wir sind eine kämpferische Partei", erklärte Wolfgang Drexler. Der Fraktionsvorsitzende war an die Bergstraße gekommen, um mit dem SPD-Ortsverein dessen 100-jähriges Bestehen zu feiern.

Neben Drexler konnte Vorsitzender Fred Hermann zahlreiche Gäste, darunter die Abgeordneten Hans-Georg Junginger und Lothar Binding sowie insbesondere Vertreter der örtlichen Vereine und Parteien in der Mühlbachhalle begrüßen. Die Eröffnung wurde vom Musikverein musikalisch gestaltet, die weitere Feier von Johannes Vogt und Knut Rössler.

Die Vorbereitungsgruppe Carlo Bonifer, Peter Fischer, Franz Lambert, Nico Masing, Rüdiger Neumann und Fred Hermann hatte ein etwas anderes Geburtstagsfest organisiert. Bewusst habe man auf Grußworte verzichtet, erklärte Vorsitzender Hermann. Einzig Bürgermeister Hans Lorenz ging ans Rednerpult. Die Partei sei eine wichtige politische Kraft in der Gemeinde, die die Entwicklung maßgeblich mitgestaltet habe, erklärte er. Das besondere Klima im Gemeinderat sei auch der SPD zu verdanken. Ein Ausdruck für diese parteiübergreifende Linie sei die Unterstützung der SPD bei seiner zweiten Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters gewesen.

Aus der Feder von Gerd Hammer war eine ganz eigene Form des Rückblicks entstanden. In einem kleinen Theaterstück ließen er, Gerd Apfel, Walter Bachert, Peter Denger, Rüdiger Neumann, Birgit Sturm und Hans-Peter Ziegelhöfer eine denkbare Gründungssitzung lebendig werden. „Ja, gründen kann man lang... Man muss dann aber auch wissen, was man will", sagte der Steinbreches Wolf. Die Antwort kannte der Taglöhner Sauer genau: „Soziale Gerechtigkeit.” Ihn ärgere nicht, dass die anderen mehr Geld hätten, erklärte dazu der Steinbrecher Bickel. Ihn ärgere, dass die Großen das Sagen hätten „Und uns hört keiner zu." Schnell sprach man von den vaterlandslosen Gesellen. Im Dialog wurden weiter Eigenschaften der Genossen vorgestellt: „Die Sozen sind gerade heraus mit Blick für zukunftsweisende Entwicklungen.”

Die Idee von der sozialen Gerechtigkeit sieht sich für die Parteimitglieder wie ein rotes Band durch ihre persönliche Parteigeschichte. Das zeigte sich beim abschließenden Interview zweier alter Kämpfer. Binding sprach mit Oskar Zimmermann und Gerd Apfel. Eine interessante Paarung, denn beide sind sozialdemokratisches Urgestein. In ihren Antworten auf die Fragen von Binding wurden Bestand und Wandel der Partei sichtbar. Besonders spannend war. es, weil die beiden in ihrer politisch aktiven Zeit als Vertreter zweier Generationen aufeinander geprallt waren.