Unsoziales Bildungssystem in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 15.12.2010 in Gemeindenachrichten

Gerhard Kleinböck (Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Weinheim-Schriesheim-Dossenheim) kommentierte die Ergebnisse der neuen PISA-Studie wie folgt: „Es ist unfassbar, dass es in einem wohlhabenden Land wie Baden-Württemberg nicht gelingt, den Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft aufzulösen.“

Die SPD sieht trotz positiver Entwicklungen in der neuesten Pisa-Studie nach wie vor erheblichen Handlungsbedarf in den Schulen des Landes. „Pisa macht erneut deutlich, dass das Schulsystem im Land weiter erhebliche Nachteile insbesondere für Kinder aus sozial schwachen Familien mit sich bringt“, erklärt Kleinböck. Die Studie zeige erneut auf: Je früher die Aufteilung auf verschiedene Schularten erfolgt, desto größer sind bei den 15-jährigen die Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft - ohne dass sich dadurch die Gesamtleistung verbessert. „Eine Landesregierung, die sich nach diesen eindeutigen Ergebnissen am beste-henden Schulsystem festkrallt, agiert ideologisch und nicht nach Sachverstand“, sagt Kleinböck.

Die SPD fordert angesichts der weiterhin großen Defizite:

  • Die Sprachförderung im Kindergarten muss erheblich ausgeweitet und bereits im ersten Kindergartenjahr begonnen werden.
  • Ganztagsschulen müssen in allen Schularten ausgebaut werden. Die finanziellen Mittel, die für ein pädagogisch gutes Konzept notwendig sind, müssen bereitgestellt werden.
  • Jeder Absolvent der Realschule muss einen Rechtsanspruch auf die Fortsetzung seiner Schullaufbahn an einem beruflichen Gymnasium erhalten.