Mit Wolfgang Daffinger hat seine Heimatstadt Weinheim und die Kurpfalz einen großen Sohn verloren. Er war ein gestandener Sozialdemokrat: Einer, für den das "S" im Parteinamen stets als das Wichtigste in der Politik überhaupt stand. Den sozialen Gedanken hat er dabei nicht nur immer wieder ausgesprochen, betont und in den Vordergrund gestellt: Er hat ihn auch selbst gelebt.
Die Sozialpolitik ist jahrzehntelang die erste Domäne gewesen im Leben des Lokal-, Regional- und Landespolitikers. Und genau so hat er auch stets den politischen Auftrag "seiner" geliebten SPD verstanden: Aus dem Bewusstsein heraus, dass Politiker da sind für die Menschen - und nicht umgekehrt.
Den Titel des "Anwalts des kleinen Mannes" hat sich Wolfgang Daffinger in unzähligen Fällen immer wieder neu erworben. Seine Arbeitswoche endete niemals freitags: Gerade auch an Wochenenden war er da, wenn ihn jemand brauchte. Wer bei ihm anläutete, stieß auf offene Ohren - und dann kümmerte er sich um Probleme und auch scheinbare Problemchen all derer, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens standen.
Profiliert und nicht nur von Parteifreunden anerkannt und respektiert war er aber auch in den politischen Gremien seiner Heimatstadt, des Landkreises und des Landes. Unglaubliche 40 Jahre lang war Wolfgang Daffinger Kreistags-Mitglied, zunächst im alten Landkreis Mannheim, dann im Rhein-Neckar-Kreis. Auch als Landespolitiker hält er einen Rekord: 34 Jahre war er für die SPD Abgeordneter in Stuttgart. 29 Jahre war er Stadtrat; acht Jahre war er in seiner Heimatstadt Erster Bürgermeister.
Die Dossenheimer SPD drückt seinen Angehörigen ihr herzlichstes Beileid aus und wird Wolfgang Daffinger in dankbarer Erinnerung behalten.