Ortsvereinsvorsitzender Fred Hermann konnte am vergangenen Sonntag in der Museumsscheuer zahlreiche Mitglieder und Gäste zum traditionellen Familiennachmittag begrüßen: “Dieser Novembernachmittag ist fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders des Ortsvereins und die Resonanz bestätigt, dass er dies auch bleiben muss!”
In einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden der zwei verstorbenen Genossen Martin Riedling und Erich Schiller. Im Mittelpunkt stand dann die Ehrung der Jubilare: Astrid Gabriel, Sybille Vogt und JohannesVogt gehören der Partei bereits 30 Jahre an, Peter Denger, Roswitha Apfel und Vera Nettesheim 35 Jahre, Henrich Hüneke, Rosemarie Hüneke und Erich Huber 40 Jahre und schließlich Helmut Stier 45 Jahre.
Mit allen Ausgezeichneten hatte Lothar Binding vorab ein kurzes Gespräch geführt und seine berühmten Fragen gestellt. Stets fragt er nach dem Grund des Eintritts, den schönsten und schlimmsten Erlebnissen mit der Partei und den Gründen für das Fortbestehen der Zugehörigkeit. Quasi automatisch ergibt sich dabei ein Rückblick in die Geschichte der SPD: Unvergessen sind bei vielen Genossinnen und Genossen die Zeit der “Großen Drei” Brandt, Wehner, Schmidt, die großen Debatten um die Ostpolitik, aber auch die Krisen und Niederlagen der Partei wie etwa das Ende der Regierung Schmidt 1982 oder das Zerwürfnis Schröder - Lafontaine. Trotz allem blieben sie ihrer SPD treu und geben damit auch vielen aktuellen Zweiflern Mut zum mittel- bis langfristigen Blick.
Zum Abschluss erinnerte Fred Hermann noch einmal daran, dass bereits im Juli auf dem Kreisparteitag der SPD in Dossenheim Oskar Zimmermann und Willi Bässe für ihre 60-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt worden sind. Beide haben nach der schrecklichen Nazizeit mitgeholfen, den Ortsverein neu aufzubauen. „Nach der großen Feier zum 100-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr soll das kleine 60-jährige nicht vergessen werden“, so Hermann weiter. Am 27. August 1945 wurde durch eine Direktive der amerikanischen Besatzungsbehörden die Bildung politischer Parteien erlaubt. Bereits vier Monat später - am 2. Januar 1946 fanden sich in Dossenheim ehemalige und neue Genossinnen und Genossen zusammen, um den Ortsverein neu zu gründen: genannt seien hier nur Georg Riedling, Karl Miltner, Eugen Hutt, Hans Ruland und eben auch Oskar Zimmermann und Willi Bässe.
Bilder der Ehrungen 2006 unter "SPD im Bild" hier klicken