Nachdem leider der Dossenheimer Gemeinderat mit Hilfe eines Geschäftsordnungsantrags die von der SPD gewünschte Aussprache über den Bau einer Müllverbrennungsanlage verhindert hat (der Wieslocher Gemeinderat hat sich übrigens in einer Resolution mit großer Mehrheit gegen den Bau ausgesprochen), stieß der Ortsverein auf dem SPD-Kreisparteitag auf einhellige Zustimmung. Einstimmig lehnt die SPD-Rhein-Neckar den Bau einer Müllverbrennungsanlage im Rhein-Neckar-Kreis ab. Stattdessen soll mit der MVV ein für beiden Seiten fairer Interessensausgleich herbeigeführt werden.
Es wäre fatal für unsere gerade anerkannte "Europäische Metropolregion Rhein-Neckar" bzw. für den "Verband Region Rhein-Neckar", wenn es nicht möglich wäre, in dieser Frage eine für alle Beteiligten annehmbare und akzeptable Übereinkunft zu erzielen und dadurch auch eine wichtige Grundlage für die notwendige und insbesondere von unserer Bevölkerung und der Wirtschaft unseres Raumes zu Recht erwartete enge Zusammenarbeit auf einer breiten Basis zu legen
Vordergründig wird zwar mit Kostensenkungen, Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitsplätzen und Ökologie argumentiert, tatsächlich geht es um eine stärkere Marktorientierung der AVR mit allen Chancen (Gewinne) und Risiken (Verluste, Serviceverschlechterungen). Grundbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, in diesem Fall die Abfallentsorgung werden dem Spiel des freien Marktes ausgesetzt
Nach dem Bau der kreiseigenen Verbrennungsanlage würden zwei Unternehmen im Rhein-Neckar-Raum um Müllmengen konkurrieren. Beide Anlagen können lediglich mit der Verbrennung ihres eigenen Mülls nicht wirtschaftlich arbeiten. Sie werden also fremden Müll zukaufen müssen. Sie werden sich gegenseitig unterbieten und ihre freien Kapazitäten über Dumpingpreise verhökern. Die AVR würde sich dann mit den gleichen Diskussionen auseinandersetzen müssen, wie jetzt schon die MVV: hohe Müllgebühren für die „eigenen Bürger“, niedrige für den zugekauften Müll (Heilbronn, Karlsruhe bei der MVV). Die Druckmittel, die man jetzt gegen die MVV einsetzt, werden sich dann auch gegen die AVR wenden! Die Lasten der „neoliberalen Müllverbrennung“ im Rhein-Neckar-Raum werden letztendlich die Bürgerinnen und Bürger und die Arbeitnehmer bei MVV und AVR tragen.