Kommunen müssen Energiewende vorantreiben

Veröffentlicht am 28.09.2011 in Gemeindenachrichten

Eine „Politik des Zuhörens“ hatte die neue Landesregierung angekündigt. Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck praktiziert sie. Im Rahmen einer Experten-Anhörung informierte der Ladenburger Abgeordnete Akteure der Umwelt- und Energiepolitik des Wahlkreises, Kommunalpolitiker seiner Partei und zuletzt auch sich selbst über die bedeutende Rolle der Städte und Gemeinden bei der anstehenden Energiewende. Der Freiburger Energieexperte Diplomingenieur (FH) Rolf Pfeifer setzte die rund 25 Teilnehmer umfassend in Kenntnis.

„Während Bund und Land die politischen Rahmenbedingungen setzen müssen, nehmen die Kommunen eine Hauptrolle bei der erfolgreichen Ausgestaltung der Energiewende ein“, wurde Gerhard Kleinböck bereits in seiner kurzen Begrüßung deutlich.

Energieberater Rolf Pfeifer bestätigte seinen Gastgeber gleich zu Beginn seines Referates. „Die Städte und Gemeinden können in vielfachen Funktionen einen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende leisten“, zählte der Freiburger deren Vorbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürger, ihre Aufgabe als Planungs- und Genehmigungsbehörde und die Rolle als Energieeinkäufer oder möglicher –verkäufer auf. Als ein Beispiel nannte Pfeifer die Erstellung eines Bebauungsplans, der die Dachausrichtung so vorschreibe, dass die Dachflächen später für Solarenergie genutzt werden könnten.

Neben den klimaschutzfreundlichen Effekten ergeben sich für Städte und Gemeinden auf dem Weg der Energiewende auch große wirtschaftliche Chancen. Diesen finanziellen Gewinn machte Pfeifer am Beispiel Weinheim deutlich: Die Umstellung der Ölheizung der Zweiburgenstadt auf erneuerbare Energieträger würde 9,4 Mio. Liter an Erdöl-Einfuhr pro Jahr einsparen. Die nicht ausgegebenen 7,7 Mio. Euro für die Erdölbeschaffung würden als Kaufkraft in der Stadt bleiben und somit die Wirtschaftskraft stärken.

Viele konkrete Ideen und kommunale Handlungsmöglichkeiten in der Energiewende nahmen die Kommunalpolitiker aus den Wahlkreisgemeinden mit nach Hause. Der Abend soll jedoch erst der Einstieg in die „Energiewende vor Ort“ gewesen sein. „Wir werden als politische Verantwortungsträger dafür sorgen, dass das Thema „Energiewende“ in den Städten und Gemeinden dynamisch vorangetrieben wird. Ich persönlich werde die Anregungen des Abends mit nach Stuttgart nehmen“, kündigt Kleinböck an, auf Landesebene die politischen Voraussetzungen für die Energiewende weiterzuentwickeln.