Ganztagsgrundschulen

Veröffentlicht am 18.06.2012 in Gemeindenachrichten

Einen Erfolg konnte der Dossenheimer Ortsverein auf dem Kreisparteitag der SPD erzielen: Die Forderung an die Landes-SPD, die Rahmenbedingungen zur Einrichtung von Ganztagsgrundschulen zu verbessern, wurde von den Delegierten der Rhein-Neckar-SPD einstimmig unterstützt.

Der Antrag hat den folgenden Wortlaut:

Die SPD-Dossenheim fordert den schnelleren Ausbau von Ganztagsgrundschulen in Baden-Württemberg. Der vom Kultusministerium vorgegebene Zeitraum bis 2020 ist zu lang. Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2016 sollen alle Grundschulen, die das wollen, Ganztagsschulen werden. Das Land soll geeignete Bezuschussungsmodelle für die den Gemeinden entstehenden Mehrkosten vorlegen.

Am 19.12.2011 kommentierte das Kultusministerium die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Ganztagsbetreuung: „Gerade bei den Ganztagsangeboten an den Grundschulen müssen wir aufholen“, sagte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer. Da immer mehr Eltern für ihre Kinder die ganztägige Betreuung in den Kindertagesstätten in Anspruch nehmen würden, drohe beim Übergang an Grundschulen ohne Ganztagsangebote eine Betreuungslücke. „Wir werden mit den Kommunen über die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen und der Ressourcen zum Ausbau der Ganztagsangebote verhandeln“, sagte Warminski-Leitheußer. „Alle Grundschulen, die das wollen, sollen bis 2020 zu Ganztagsschulen werden können.“ Das Kultusministerium plane 2012/13 die Verankerung der Ganztagsschule im Schulgesetz.

Bei der inhaltlichen Begründung der Notwendigkeit von mehr Ganztagesgrundschulen stimmt die Dossenheimer SPD der Auffassung der Kultusministerin voll und ganz zu. Die Ausweitung des Angebots von Ganztagesschulen wird für die Kommunen zukünftig eine wichtige Aufgabe sein. Dies gilt ganz besonders für Gemeinden, die bereits einen hohen Versorgungsgrad sowohl bei den Kinderkrippen als auch bei den Kindergärten erreicht haben. Ein entsprechend hoher Standard in puncto Zuverlässigkeit, Flexibilität und pädagogischer Qualität kann nur durch eine Ganztagsschule gewährleistet werden.

Die vorhandene Kombination verschiedener Betreuungssysteme im Grundschulbereich (Verlässliche Grundschule, Kernzeit, Erweiterte Kernzeit, Hort, Mensa) zeigt bereits jetzt den Bedarf nach einer Ganztagsbetreuung, stellt aber aus verschiedenen Gründen (unterschiedliche Träger, Kosten, organisatorischer Aufwand, fehlende Zusammenarbeit, aufsichtsrechtliche Schwierigkeiten) kein zukunftsweisendes Konzept mehr dar. Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Erziehung und zur Verbesserung der Förderung schwacher Schülerinnen und Schüler sind Ganztagsschulen gerade im Grundschulbereich unverzichtbar.

Gebundene Ganztagsgrundschulen können gemäß den Regelungen aus CDU-Regierungszeiten nur dann genehmigt werden, wenn eine „besondere pädagogische und soziale Aufgabenstellung“ (sozialer Brennpunkt) an der Schule vorliegt. Die SPD-Dossenheim fordert den Verzicht auf diese Voraussetzung: Jede Grundschule soll selbst entscheiden, ob sie eine offene oder eine gebundene Ganztagsschule aufbauen möchte.

In offenen Ganztagsschulen müssen die Schüler an mindestens 3 Tagen mit täglich mindestens 7 Zeitstunden unterrichtet werden. Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb ist grundsätzlich freiwillig. Aus Gründen der Planungssicherheit ist die Teilnahme am Ganztagsbetrieb für ein Schuljahr verbindlich.

In gebundenen Ganztagsschulen müssen die Schüler am Ganztagsbetrieb an mindestens 4 Tagen mit täglich mindestens 8 Zeitstunden teilnehmen. Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb ist über die gesamte vierjährige Grundschulzeit verpflichtend.