Nachhaltige Schulentwicklung

Veröffentlicht am 25.09.2012 in Gemeindenachrichten

Das Schuljahr 2012/2013 stellt eine Zäsur in der Dossenheimer Schulentwicklung dar: Es gibt keine Hauptschule in Dossenheim mehr. Aus Sicht der SPD eine begrüßenswerte Entwicklung. Dieser Einschnitt sollte endlich zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Umstrukturierung der Schulen genutzt werden. Unglaubliche Schnelligkeit demonstrierten Gemeinde-verwaltung und Gemeinderat dagegen in Sachen Gemeinschaftsschule: Kaum war der Regierungswechsel in Stuttgart vollzogen, wurde beschlossen, ohne sich je inhaltlich damit beschäftigt zu haben, dass es in Dossenheim keine Gemeinschaftsschule geben soll!

1) Absolute Priorität hat für die SPD die Einführung einer gebundenen Ganztagsschule: Nur diese Form der Ganztagsschule bietet die Möglichkeit zu einer pädagogisch sinnvollen und kindgerechten Kombination von Unterricht und Freizeitgestaltung. Überlegungen, die bestehenden Angebote von Schule, Kernzeit, erweiterter Kernzeit, Hausaufgabenbetreuung und Hort gewissermaßen in „Ganztagsschule“ umzubenennen, um finanzielle Zuschüsse zu erhalten, lehnt die SPD ab.

2) Die früheren Werkräume der Hauptschule werden nach Umbau als Teil des Lessing-Kinder-gartens verwendet – eine sinnvolle Maßnahme, die jedoch mit einem erheblichen Geldaufwand verbunden ist. Fünf Klassenräume der ehemaligen Hauptschule stehen allerdings noch leer. Die Grundschule der Kurpfalzschule ist durchgängig zweizügig (zwei Parallelklassen/Jahrgang). Die Infrastruktur an der Kurpfalzschule ist hervorragend: drei Sporthallen, zwei Sportplätze, ein Hallenbad, ein großer Schulhof, eine Mensa, ausgezeichnete Zufahrtmöglichkeiten und viele Parkplätze für Lehrer und Eltern.

3) Anders ist die Situation an der zweiten Dossenheimer Grundschule - der Neubergschule. Sie platzt aus allen Nähten, sie ist durchgängig dreizügig, hat einen kleinen Schulhof, eine Sporthalle, ein Hallenbad, keine Sportplätze, keine Mensa, wenig Parkplätze und schlechte Zufahrtmöglichkeiten.

4) In ca. einem Jahr wird das Hanna-und-Simeon-Heim (HuS-Heim) in seinen Neubau umziehen. Das dann leer stehende Gebäude begrenzt den Schulhof der Neubergschule Richtung Süden, wäre also bestens geeignet, die Raumprobleme der Neubergschule zu lösen.

Die Gemeinde Dossenheim hat in der Vergangenheit viel Geld in das Gebäude des alten HuS-Heim investiert, um den Standards eines Altenpflegeheims einigermaßen zu entsprechen. Letztendlich war das Heim nicht mehr zeitgemäß und konnte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Ergebnis: Grund und Gebäude sind mit einer Hypothek von ca. 300.000,00 Euro belastet. Ohne ein tragfähiges Konzept zur Tilgung dieser Altschulden, lehnt die SPD Investitionen für die schulische Nutzung des alten HuS-Heims ab.

Auf der Grundlage dieses Sachstands schlagen wir daher vor:

  • Die Kurpfalzschule soll dreizügig werden, um dort die Räume besser auszulasten.
  • Die Neubergschule soll auf zwei Züge reduziert werden.
  • Die Schulbezirke in Dossenheim müssen entsprechend angepasst werden. Die B3 wird dabei nicht mehr als Schulbezirksgrenze aufrecht erhalten werden können. Entsprechende Veränderungen der Schulbezirke fanden z.B. auch in Schriesheim statt. Initiativen der Eltern („laufender Schulbus“) gewährleisten einen sicheren Schulweg.
  • Die Umstrukurierung soll zunächst mit einer Klasse ab dem kommenden Schuljahr begonnen werden. Für die bereits eingeschulten Schülerinnen und Schüler gibt es keine Änderung.
  • Die frei gewordenen Räume der Neubergschule können für eine Mensa oder gegebenenfalls für Ganztagsangebote genutzt werden.
  • Eine der beiden Grundschulen soll ein gebundenes Ganztagsangebot bereitstellen.