Im Mai 2002 lud Bürgermeister Hans Lorenz zu einer Arbeitsgruppensitzung in die Schauenburghalle zur Vorbereitung eines zukunftweisenden und mutigen Projektes ein: Auf dem Dach der Schauenburghalle sollte eine Fotovoltaik-Anlage mit Beteiligung und durch Finanzierung der Dossenheimer Bürger errichtet werden.
Wie heute bildete sich auch damals eine Bürgerinitiative gegen dieses Projekt. Deren Argumente hatten eine ähnliche Struktur wie die der Gegner der Windkraft: Es wurde das Scheitern des Projektes prognostiziert:
- Das Dach der Schauenburghalle könne die Last der Module nicht tragen.
- Defekte Module könnten die Halle in Brand setzen.
- Hohe Reparaturkosten würden die Erträge aufzehren.
- Herabfallende Module könnten Menschen verletzen.
- Die Erträge würden die Kosten nicht decken.
- Jeder Anteilseigner müsse mit seinem Privatvermögen bei einem Scheitern des Projektes haften.
Trotz aller Unkenrufe ging die Anlage an den Start. Das Heidelberger Unternehmen Beck Solartechnik GmbH montierte die Anlage und der Inhaber Herr Beck gründete die Firma „Sonniges Dossenheim Schauenburghalle GbR“ (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts).
Die gesamte Anlage mit einer Gesamtleistung von 20 kWp wurde in 200 Anlagenteile (= 200 Module) aufgeteilt. Jeder Bürger hatte die Möglichkeit, einen Anteil für 649,60 Euro zu erwerben. Die Laufzeit betrug 20 Jahre. Die Gemeinde Dossenheim bezuschusste die Installation der Anlage und übernahm die Kosten für die Verwaltung, Wartung und Versicherung der Anlage. Die Erlöse der Energiegewinnung konnten somit komplett an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.
Pro Jahr erhielt jeder Anteilseigner 48 Euro. Das sind über die gesamte Laufzeit 960 Euro. Mit der Auflösung der GbR zum 31.12.2022 erfolgte nochmals eine Schlussausschüttung in Höhe von 90 Euro. Der Mut des Projektleiters, des Bürgermeisters, des damaligen Gemeinderates und der Anteilseigner hat sich nicht nur finanziell gelohnt, sondern es hat sich modellhaft gezeigt, wie man CO₂-freien Strom erzeugen kann.
Wie wär’s mit einer Neuauflage! Dieses Mal nicht als „Sonniges" sondern als „Windiges" Dossenheim!