Großkraftwerk Mannheim mit Kohlehalde (Foto Ehlermann)Weil wir unseren Wald lieben, wollen wir ihn vor der Bedrohung durch den Klimawandel schützen. Waldschutz ist Klimaschutz, wenn wir tropische Wälder retten und aufforsten. Unser Gemeindewald ist ein Wirtschaftswald – er liefert Holz, wird vom Forst gepflegt und soll klimaresilienter werden. Der notwendige Waldumbau kann durch die verpflichtenden Ausgleichsmaßnahmen beim Bau von Windkraftanlagen mitfinanziert werden – ein Gewinn für Wald, Klima und Gemeinde. Holz selbst zu produzieren ist besser als aus der ganzen Welt zu importieren. Eine Windkraftanlage im Wald benötigt dauerhaft nur etwa 0,5 Hektar Fläche – rund zwei Drittel eines Fußballfelds. Die jährliche Holzernte entspricht einer deutlich größeren Fläche. Der Eingriff ist also überschaubar und ökologisch vertretbar.
Die Kosten für Bau, Wartung und Rückbau trägt vollständig das Betreiberunternehmen. Für die Gemeinde entstehen keine Ausgaben – im Gegenteil: jede Anlage bringt jährlich erhebliche Einnahmen im sechsstelligen Bereich, die langfristig den Gemeindehaushalt stärken. Auch beim Artenschutz ist die Faktenlage klar: In Deutschland sterben jährlich rund 100 Millionen Vögel an Glasscheiben und bis zu 70 Millionen im Straßenverkehr – der Anteil der Windräder liegt weit darunter. Von Ausgleichsmaßnahmen und Erhalt des Waldes wird auch die Tierwelt profitieren.
Kohlestrom ablösen
Ein Blick nach Westen zeigt, warum wir handeln müssen: Das Großkraftwerk Mannheim stößt für Strom- und Wärmeproduktion mit klimaschädlicher Steinkohle jährlich 5-7 Millionen Tonnen CO₂ aus, was 10 % der Emissionen Baden-Württembergs entspricht. Zusätzlich werden jährlich ca. 1700 t Stickoxide, 1200 t Schwefeldioxid, 90 t Feinstaub, 40 kg Quecksilber, 60 kg Arsen durch den Schornstein geblasen. Steinkohle muss dafür um die halbe Welt und dann den Rhein hinauf verschifft werden. Der Abbau erfolgt in USA, Kanada, Australien, Kolumbien und Indonesien.
Wir wollen auf regionale, erneuerbare Energie setzen, statt einer Abhängigkeit von teuren Importen fossiler Brennstoffe. In Mannheim versorgt bereits seit 2023 eine Flusswärmepumpe rund 3.500 Haushalte über Wärme emissionsfrei aus dem Rhein. Es ist geplant die Fernwärme komplett aus klimafreundlichen Energiequellen zu erzeugen. Gegenüber in Ludwigshaften bei der BASF steht die größte Produktionsanlage Deutschlands für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Wir müssen Photovoltaik und Windstrom ausbauen, Netze ertüchtigen und Speicherkapazitäten schaffen.
Eigene Augen und Ohren statt Desinformation
Leider wird die öffentliche Diskussion oft mit veralteten Fakten und Halbwahrheiten geführt, aber auch bewussten Falschinformationen. Es werden Zerrbilder von der Zerstörung der Wälder durch Umwandlung in Industrieanlagen gezeichnet. So zeigt das Statement der Vertrauenspersonen in der Bürgerinformation der Gemeinde das Foto von Rodungen im Windpark Mannstein, die aufgrund massiver Schädigung eines Fichtenbestandes erforderlich waren. Hinter dem als Referenz angegebenen „Umwelt- und Prognoseinstitut e.V.“, steckt ein Verein des Windkraftgegners Dieter Teufel, dessen Gutachten sowohl von Windkraftexperten als auch Umweltverbänden wie BUND und Nabu massiv kritisiert werden. Mit der Diskreditierung von demokratischen Institutionen durch Aussagen wie „Regierungen haben alle verfassungsmäßig garantierten Schutzrechte zu Gunsten der Windindustrie ausgehebelt“ wird unter dem Deckmantel des Naturschutzes dem Rechtspopulismus eine Hintertür geöffnet. Auf dieser Basis ist eine sachliche Auseinandersetzung schwierig.
Wer mit eigenen Augen und Ohren erleben möchte, dass Windkraft den Erholungswert eines Waldgebietes nicht beeinträchtigt, sollte das Greiner Eck im hessischen Neckarsteinach besuchen (Wanderungstipp). Ein gelungenes Beispiel für ein erfolgreiches Windkraftprojekt.
Eine Fotogalerie zum Greiner Eck und weitere Informationen zur Bauphase finden Sie auf: https://www.windpark-greiner-eck.de/index.php?id1=10