Exkursion zum Windpark Greiner Eck

Veröffentlicht am 25.10.2025 in Kommunalpolitik

Für die SPD Dossenheim haben Frank Heinicke und Philipp Ehlermann an der Exkursion der Ökostromer Dossenheim zum Windpark am Greiner Eck teilgenommen. Die fachkundige Führung erfolgte durch Micha Jost von der Energiegenossenschaft Starkenburg eG der nicht ohne Stolz seine Anlage zeigen konnte und von Windkraft als der Königin der erneuerbaren Energien schwärmte. Die Besitzer von Elektroautos beeindruckte, dass ein Windrad mit nur 6 Umdrehungen genug Energie für ein Volltanken liefert. Mit 28,6 Mio. kWh pro Jahr wird Energie für ca. 9200 Haushalte produziert, das sind ca. 24.000 t CO₂ Einsparung pro Jahr. Der Windpark Greiner Eck mit 5 Anlagen wurde 2017 in Betrieb genommen und schreibt seither durchgehend schwarze Zahlen.

Die Wandergruppe bewegte sich auf den ehemaligen Transportwegen für die Errichtung, die nach weniger als 10 Jahren nicht von einem normalen Waldweg zu unterscheiden sind. Den Windpark im Wald hört und sieht man erst, wenn man kurz davorsteht. Die damaligen Transportwege sind jetzt normaler Waldweg. Ausgleichsmaßnahmen sorgen für Aufforstung vormals geschädigter Waldflächen und biologische Aufwertung. Feuerlöschzisternen für Waldbrände, die viel wahrscheinlicher als ein brennendes Windrad sind.

Artenschutz und Windkraft im Wald

Bei den Naturschutzverbänden gibt es geteilte Meinungen zu Windkraftanlagen im Wald. Manche Naturschützer lehnen solche Standorte grundsätzlich ab, aber es gibt auch differenziertere Betrachtungen. Während der BUND Dossenheim sich im Vorfeld für ein NEIN im Bürgerentscheid ausgesprochen hat, um eine Artenschutzprüfung möglich zu machen, hat sich der NABU Heidelberg mit einer Ablehnung von Windkraftanlagen am Weißen Stein positioniert und Flugblätter verteilt. Wir nehmen dabei Kenntnis, dass im Flugblatt wortgleiche Formulierungen von Gegenwind übernommen wurden.

Es ist bekannt, dass in beiden Dossenheimer Steinbrüchen Uhus leben, der BUND Dossenheim hatte Anfang des Jahres dort eine Führung veranstaltet. Allerdings bleibt es eine Spekulation, ob dies für Windkraftanlagen oben am Weißen Stein eine Rolle spielen kann. Uhus jagen in offenen Waldlandschaften, wie Äckern mit Hecken, an Steilwänden und an Gewässern. Eine Flughöhe über 50 Meter wäre ungewöhnlich, kann aber im Rahmen des Balzverhaltens vorkommen. Bei den geplanten Anlagen würde die Unterkante der Rotoren bei 92 m Höhe liegen.

Wir lehnen eine Blockade aufgrund von Mutmaßungen ab und befürworten eine gründliche Prüfung zum Artenschutz, wie es von der Dialoggruppe vorgesehen wurde. Die Windkraftgegner und Initiatoren des Bürgerentscheids möchten das verhindern. Daher sind wir für ein NEIN im Bürgerentscheid.