Sozialbericht Dossenheim

Veröffentlicht am 25.01.2012 in Gemeindenachrichten

Dossenheim hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Sichtbar wird dies in neuen Wohngebieten, einem neuen Einkaufszentrum, neuen Geschäftsgebäuden, neuen Kinder-betreuungseinrichtungen, neuen Pflegeheimen, neuen Infrastrukturmaßnahmen usw. Inwieweit diese deutlich erkennbaren Veränderungen auch die soziale Struktur der Gemeinde beeinflusst haben, kann zwar erahnt aber mit Zahlen bisher nur unzureichend belegt werden. Gleichwohl ist die genauere Kenntnis der „sozialen Lage“ einer Gemeinde eine wichtige Grundlage für Entscheidungen der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates.

Die SPD-Fraktion des Gemeinderates beantragt daher die regelmäßige Erhebung und Zusammenfassung sozialer Daten in einem Sozialbericht. Dieser Bericht sollte alle 5 Jahre aktualisiert werden.

Die gesellschaftliche Entwicklung wird von Fachleuten allgemein durch eine wachsende Ungleichheit und zunehmender Heterogenität beschrieben: Dies zeigt sich unter anderem in einem hohen Sockel von Langzeitarbeitslosigkeit, einem Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse, zunehmender Ausdifferenzierung des klassischen Familienmodells, einer Umschichtung der Altersstruktur und einer ethnischen Pluralisierung.

Das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung spricht von einer starken Zunahme in den obersten und untersten Einkommensklassen bei gleichzeitiger Ausdünnung der mittleren Einkommen. Besonders von Armut bedroht oder betroffen seien Haushalte mit Kindern, Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und Berufsabschluss, Langzeitarbeitslosen, Migranten, Geringverdienern und in zunehmendem Maße auch Menschen in der Lebensphase 65plus.

Der Dossenheimer Sozialbericht sollte daher folgende Daten beinhalten:

  • Einwohner- und Haushaltsstruktur, Migrantinnen/Migranten, Menschen mit Behinderung;
  • Erwerbssituation: sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit;
  • Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, Transferleistungen (ALGII);
  • Bildungssituation (Krippen, Kindergärten, Schulen), Übergänge in andere Schularten einschl. Berufsschulen (nach Heidelberg, Schriesheim, Weinheim usw.), Bildungsabschlüsse, Nachfrage nach dem Bildungspaket;
  • Wohnsituation: geförderte und vertragliche Wohnungen, Wohnen mit Behinderung und im Alter, Wohnsituation von ALGII-Empfängern, Wohngeld, Obdachlosigkeit;
  • Armutsgefährdung in Dossenheim: Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß der EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60% des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen.