„Die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat funktioniert sehr gut“, war die einhellige Aussage von Vertreterinnen der Dossenheimer Kindergärten auf einem Treffen mit Vorstandsmitgliedern der SPD. Die Angebote zur Kinderbetreuung sind sehr vielfältig und umfassend: Mit insgesamt 17 Gruppen und einer Maximalkapazität von knapp 400 Kindern betreuen die beiden kirchlichen Träger tagaus tagein die Kinder unserer Gemeinde. Bereits am Morgen um 7.30 Uhr öffnen die Kindergärten, bieten ein Mittagessen an und schließen am Spätnachmittag um 17.00 Uhr. Dazwischen liegen die Zeiten des vielfältigen, erzieherischen Programms.
Abgerundet wird das Angebot der „Großen“ durch Einrichtungen auf der Rechtsgrundlage eingetragener Vereine, die ihren Ursprung in privaten Elterninitiativen haben: Der Kindergarten im Schwabenheimer Hof und der Kindergarten der Jugendkunstschule (Ecke Konrad-Adenauer-Str./Platanenweg) betreuen je 30 Kinder in zusammen 4 Gruppen. Hinzu kommen noch die „Purzelzwerge“ (Platanenweg), die als einzige Einrichtung in Dossenheim bereits jetzt schon 20 Krippenplätze (ein- und zweijährige Kinder) anbieten.
Die Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde und gesellschaftliche Einstellungsänderungen zur Kinderbetreuung konfrontieren zukünftig Gemeindeverwaltung und Gemeinderat mit wichtigen und notwendigen Investitionen. Die beiden neuen Wohngebiete – West II und Nord – werden insbesondere von jungen Familien bezogen. Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen wird also in Dossenheim zunächst steigen. Schon jetzt melden Eltern ihr Neugeborenes bei Geburt an, um sich rechtzeitig einen Platz zu sichern.
Auf die verstärkte Nachfrage nach Betreuungsangeboten für unter dreijährige Kinder haben die drei kirchlichen Einrichtungen (Marie-Böhm-Kindergarten, Kiga St. Augustinus und Evang. Kita Lessingtr.) insofern schon reagiert, als sie auch zweijährige Kinder aufnehmen. Hohe Investitionen in der Gemeinde werden aber insbesondere durch die Entscheidungen der Bundes- und Landesregierung zur Kinderbetreuung verursacht: Der Bund und die Länder haben Ende August vereinbart, dass bis zum Jahr 2013 für 35 Prozent aller Kleinkinder ein Betreuungsangebot zu schaffen ist. Ab dem Jahr 2013 soll es dann einen Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag geben.
Was bedeutet dies für Dossenheim? Das Statistische Landesamt prognostiziert bis ins Jahr 2015 eine etwa gleichbleibende Bevölkerungszahl von etwas über 11.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Danach nimmt die Zahl auf unter 11.000 ab. Der Anteil der Kinder bis zum 5. Lebensalter liegt im Moment bei 550, wird aber vermutlich bis 2025 auf ca. 400 sinken. Tatsächlich wird diese Zahl wegen der Neubaugebiete vermutlich höher sein. Im Moment leben in der Gruppe der ein- und zweijährigen Kinder je ca. 100 in Dossenheim. Da diese Zahlen sich bis 2013 kaum verändern werden, muss Dossenheim bis 2013 70 Krippenplätze (35% von 200) anbieten. Wegen den wesentlich höheren Kosten von Krippenplätzen (Betreuungsschlüssel, bauliche Notwendigkeiten) im Vergleich zu „normalen“ Kindergartenplätzen fordert der baden-württembergische Städte- und Gemeindetag bereits seit längerem eine Verdreifachung des Landeszuschusses für Kinderkrippen von 10% auf 30%. Bis Ende dieses Jahres soll dieser strittige Punkt in direkten Gesprächen zwischen Landesregierung und Städte- und Gemeindetag geklärt werden. Danach muss die Gemeinde Dossenheim ein Konzept entwickeln, um Schritt für Schritt bis 2013 die erforderlichen 70 Plätze bereitzustellen.