Ortsverein
Auf ihrer kommunalpolitischen Klausur bekräftigte die Dossenheimer SPD ihre Position zur Nutzung des „Adlers“: Sowohl die Planung wie auch die Umsetzung eines neuen Konzeptes muss für die Gemeinde kostenneutral erfolgen. Es muss ein geeigneter Investor gefunden werden, der die Vorstellungen des Gemeinderates über die Nutzung bei seinen Überlegungen mit berücksichtigt.
Die Ortsvereinsarbeit war naturgemäß in starkem Maß von Wahlkampfvorbereitungen und - durchführungen bestimmt. Die Kommunalwahlen fanden damals in 2-jährigem Rhythmus statt, wobei immer nur die Hälfte der Gemeinderäte neu zu wählen war. Daneben waren Kreistags-, Landtags- und Bundestagswahlen vorzubereiten. Das bedeutete: Diskussionen in Mitgliederversammlungen über die Aufstellung von Kandidaten und die Durchführung politischer Veranstaltungen mit Diskussionen. Als prominenteste Besucher Dossenheims auf Einladung der SPD seien genannt: die langjährige Bundestagsabgeordnete Emmy Meyer-Laule, die späteren Bundesminister Alex Möller und Horst Ehmke und in neuerer Zeit die Abgeordneten Gerd Weisskirchen, Heide Wieszorek-Zeul, Herta Däubler-Gmelin.
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Das beste Wahlergebnis der Nachkriegszeit erzielte die SPD bei der Kommunalwahl 1947 mit 38,2 % der Stimmen. Bei späteren Kommunal- und Kreistagswahlen lag die SPD meist unter 30 % (Ausnahme die Kreistagswahl 1979 mit 31,24 %), bei Landtagswahlen um 32 % und bei Bundestagswahlen meist knapp über 36 % (bestes Ergebnis war die Willy-Brandt-Wahl 1969 mit 36,8 %).
Bereits schon ein halbes Jahr nach der Kapitulation Deutschlands 1945 fanden sich in Dossenheim engagierte Sozialdemokraten zusammen, um den SPD-Ortsverein wieder ins Leben zu rufen. Aus den Parteiunterlagen geht hervor, dass der 2. Januar 1946 das Stichdatum war, an dem Genossen, die schon vor 1933 in der SPD Mitglied waren, und Neueingetretene der Bundespartei als Mitglieder gemeldet wurden. Von denen, die diese Wiederbelebung des Ortsvereins maßgeblich gestaltet haben, aber mittlerweile verstorben sind, seien stellvertretend für viele die langjährigen Gemeinderäte Georg Riedling, Karl Miltner, Eugen Hutt und Hans Ruland genannt
Die NSDAP wurde die allein bestimmende Partei im Gemeinderat, die Liste der SPD zur Kommunalwahl kam nicht zum Tragen. Gemeinderäte erklärten ihren Rücktritt. Parteiakten und Mitgliedslisten wurden größtenteils vernichtet, um schlimme Konsequenzen für die Mitglieder der SPD zu verhindern. Deshalb fällt es uns heute schwer, über diese Zeit zu berichten.
Das Ende kam mit der Ernennung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Bei den daran anschließenden Reichtagswahlen am 5. März 1933 erhielten die Nationalsozialisten in Baden 45,5 % der Stimmen und erreichten damit das drittbeste Ergebnis im Deutschen Reich. Am 10. März 1933 wurde die gewählte Landesregierung durch einen Reichskommissar abgelöst.