Ortsverein
Im Verlauf des Kriegs und insbesondere ab dem Winter 1916/17 wurden die Belastungen - besonders der ärmeren Einwohner - immer unerträglicher. Die kriegsbedingte Planwirtschaft mit Anbauvorschriften für die Landwirte und Höchstpreisen für Lebensmittel, die zunehmend angespannte Ernährungslage, die Kohleknappheit, die wachsende Zahl der Toten und Vermissten und die immer deutlicher werdende Ausweglosigkeit der militärisch-politischen Lage förderten auch in Dossenheim den Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges.
Die Hindernisse, auf die die aktiven Sozialdemokraten in Dossenheim stießen, schreckte sie nicht ab. Zwei der wenigen erhaltenen Dokumente der damaligen Zeit belegen dies: 1909 klagten Mitglieder des Ortsvereins zusammen mit anderen Einwohnern aus der Klasse der "Niederbesteuerten" gegen die Gemeinde wegen Unregelmäßigkeiten beim Verfahren der Kommunalwahl, weil die gesetzlich vorgeschriebene geheime Stimmabgabe nicht sichergestellt war. Die Klage wurde zwar abgewiesen, aus den Unterlagen des Gemeindearchivs ist jedoch ersichtlich, dass die Verwaltung von der vorgesetzten Behörde daraufhin die Weisung erhielt, das bisherige Abstimmungsverfahren im Sinne der Kläger zu ändern.
Die Bemühungen für eine aktive Teilnahme der Sozialdemokraten an den Entscheidungen der Gemeinde und die Versuche einer Einflussnahme im Sinne der eigenen Vorstellungen und Forderungen stießen auf erhebliche Widerstände. Die Folgen für die Mitglieder der SPD waren oft persönliche Schwierigkeiten und Diffamierungen.