Im Verlauf des Kriegs und insbesondere ab dem Winter 1916/17 wurden die Belastungen - besonders der ärmeren Einwohner - immer unerträglicher. Die kriegsbedingte Planwirtschaft mit Anbauvorschriften für die Landwirte und Höchstpreisen für Lebensmittel, die zunehmend angespannte Ernährungslage, die Kohleknappheit, die wachsende Zahl der Toten und Vermissten und die immer deutlicher werdende Ausweglosigkeit der militärisch-politischen Lage förderten auch in Dossenheim den Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges.
Zum Thema des "Talk im JutS" am 11.Mai hatten die Jusos Schriesheim-Dossenheim die Hochschulpolitik gemacht. An diesem Abend sollte über das weite Spektrum der universitären Ausbildung in Deutschland gesprochen werden, doch die mögliche Einführung von Studiengebühren rückte schnell ins Zentrum der Diskussion auf dem Podium.
Die Hindernisse, auf die die aktiven Sozialdemokraten in Dossenheim stießen, schreckte sie nicht ab. Zwei der wenigen erhaltenen Dokumente der damaligen Zeit belegen dies: 1909 klagten Mitglieder des Ortsvereins zusammen mit anderen Einwohnern aus der Klasse der "Niederbesteuerten" gegen die Gemeinde wegen Unregelmäßigkeiten beim Verfahren der Kommunalwahl, weil die gesetzlich vorgeschriebene geheime Stimmabgabe nicht sichergestellt war. Die Klage wurde zwar abgewiesen, aus den Unterlagen des Gemeindearchivs ist jedoch ersichtlich, dass die Verwaltung von der vorgesetzten Behörde daraufhin die Weisung erhielt, das bisherige Abstimmungsverfahren im Sinne der Kläger zu ändern.