Jubiläum 2015

Geschichte des Ortsvereins - 1918 -1925

Im Verlauf des Kriegs und insbesondere ab dem Winter 1916/17 wurden die Belastungen besonders der ärmeren Einwohner immer unerträglicher. Die kriegsbedingte Planwirtschaft mit Anbauvorschriften für die Landwirte und Höchstpreisen für Lebensmittel, die zunehmend angespannte Ernährungslage, die Kohleknappheit, die wachsende Zahl der Toten und Vermissten und die immer deutlicher werdende Ausweglosigkeit der militärisch-politischen Lage führten 1918 auch in  Baden zum Ende der Fürstenherrschaft. Im Unterschied zu den Geschehnissen in Berlin vollzog sich die Entwicklung aber weniger dramatisch. In der vor­läufigen Volksregierung in Karlsruhe waren alle Parteien mit Ausnahme der Konservativen beteiligt und die Veröffentlichung der Ministerliste geschah erst nach Rücksprache und in Einverständnis mit dem Großherzog, der danach - ohne dass dies von der SPD gewollt war - auf seinen Thron verzichtete.

Mit der neuen badischen Verfassung und den Änderungen des Wahlrechts, das auch den Frauen die Wahlberechtigung einräumte und bei den Kommunalwahlen das Steuer­klassen­recht abschaffte, ergab sich auch in Dossenheim 1919 für die Sozialdemokraten die Gelegen­heit jetzt ein der Anhänger- und Wählerzahl entsprechendes Ergebnis zu erzielen. Für den Bürgerausschuss mit 48 Sitzen kandidierten auf der Liste der SPD 30 Mitglieder (an vierter Stelle zum ersten Mal mit Katharina Apfel eine Frau), von denen 12 gewählt wurden. In den Gemeinderat mit 8 Sitzen zogen erstmals in der Geschichte Dossenheims zwei Sozialdemo­kraten ein - Wilhelm Wolf und Philipp Sauer.

Die formale Gleichberechtigung der Mitglieder der SPD in der Gemeindeverwaltung änderte allerdings nur wenig an den Vorurteilen und der überwiegend konservativ eingestellten Be­völkerung und den von ihr gewählten Vertretern. Insbesondere in den ersten Jahren gab es wiederholt Auseinandersetzungen im Bürgerausschuss und im Gemeinderat, wenn durch die Festsetzung der Tagesordnungspunkte versucht wurde, die Behandlung von Beiträgen, Vor­schlägen und Anregungen der SPD-Fraktion zu erschweren oder gar zu verhindern.

Es war vor allem der Druck der Probleme, vor die sich die Gemeinde in den Jahren der Weimarer Republik gestellt sah, die eine zunehmend sachliche Zusammenarbeit wenigstens von den Selbstverwaltungsgremien Dossenheims forderten.

Nach einem hoffungsvollen Anfang für die zahlreichen Arbeitslosen durch Gründung neuer Betriebe in den Jahren 1919 und 1920 (Füllhalterfabrik und eine Konservenfabrik) führte die Währungszerrüttung und Inflation zu zunehmender Verarmung der kleinen Handwerker, zu steigender Arbeitslosigkeit und erneut zu unzumutbarer Not und Entbehrung für die ärmeren Bevölkerungsschichten, d.h. besonders für die Arbeiter und Tagelöhner.

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Matthias Stammler

 

 

 

 

 

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