Jubiläum 2015

Geschichte des Ortsvereins - 1969 - 1980

Die Wahl Willy Brandts 1969 zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler der BRD war der Beginn einer Zeit des Auf- und Umbruchs auch im Ortsverein Dossenheim. Der jährliche Wechsel der Vorsitzenden in den Jahren 1969 bis 1976 markierte mehr als nur einen Generationswechsel. Er war stärker das Resultat tiefgreifender Veränderungen im politischen Bewusstsein und in der Zusammen­setzung der Mitgliedschaft. Erst mit der Wahl von Jürgen Keßler zum 1. Vorsitzenden (1976-1980) kam wieder mehr personelle Kontinuität in den Vorstand des Ortsvereins.

Die Auswirkungen der Studentenbewegung waren auch im Ortsverein spürbar. Zunehmend bekam der Ortsverein Zuwachs von in Dossenheim lebenden Studenten, die die Forderung nach mehr öffentlicher Diskussion und Mitbeteiligung der Bürger an Planungen erhoben, aber auch Diskussionen über bundespolitische und weltpolitische Probleme verlangten.. In diese Zeit fällt auch die Neubelebung der Jungsozialisten-Gruppe (Jusos), die vor allem durch Flugblätter, aber auch die Herausgabe von „Dossenheim Aktuell" bekannt wurde. Auch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft sozial­demokratischer Frauen (ASF) 1979 war Ausdruck des vielfältigen Engagements innerhalb der SPD.

Bei der Diskussion politischer Inhalte beschäftigte sich der Ortsverein z.B. mit den folgenden Themen: Verständigung mit den Staaten des Warschauer Paktes, Konjunktursteuerung (es war die Zeit der „Konzertierten Aktion" des Ministers Karl Schiller), Senkung der Arzthonorare, Sozialer Wohnungsbau, Verbraucheraufklärung, Lärmschutz, Änderung des Personalvertretungsgesetzes, Zeitkarten für die Bundesbahn.

Einig war man sich in der SPD – wie im gesamten Ort – bei den zentralen kommunalpolitischen Themen der siebziger Jahre: die Verhinderung der Eingemeindung nach Heidelberg, die Einrichtung einer Kreismüll­deponie im Steinbruch Leferenz und der Bau einer „Steinachtalstraße“ durch Dossenheim.

Bei den drei Kommunalwahlen (1971, 1975, 1980) lassen sich Anzeichen des Umbruchs erkennen: Während noch 1971 alle 4 gewonnenen Sitze im Gemeinderat von der „alten Garde“ (Böttinger, Dentz, Groß, Zimmermann) besetzt wurden, konnte 1975 der „Juso“ Gerd Apfel (für August Groß) einen Platz im Gemeinderat erringen. 1980 gelang es der SPD sogar ein 5. Mandat zu gewinnen, das mit der ersten Sozialdemokratin im Dossenheimer Gemeinderat – Linde Mosig – besetzt werden konnte.

Gemeinderatswahlen

Sitze im Gemeinderat

1971

1975

1980

CDU

7

CDU

9

CDU

9

SPD

4

SPD

4

SPD

5

FDP

1

FDP

2

FDP

1

FW

2

FW

3

FW

3

BA

2

 

 

BGK

0

Summe

16

 

18

 

18

BA = Bürgeraktion
BGK = Bürgernahe Gemeinderatskandidaten

Ein großer kommunalpolitischer Erfolg für die SPD war die Wahl des Sozialdemokraten Peter Denger (ehemals Bauamtsleiter in Weinheim) zum Dossenheimer Bürgermeister. Am 4. Februar 1979 konnte er sich mit einem Stimmenanteil von 56,9% gegen Mitbewerber Alfred Degenhart durchsetzen. Bis 1995 – also 16 Jahre – hatte Peter Denger dieses Amt inne.

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Matthias Stammler

 

 

 

 

 

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